Hausorgel Jahn (J. A. Marcussen/Henny Jahn)

Aus der Marcussen-Orgel zu Kropp/Schleswig (1872), Abbau ca.1970, waren noch Positiv-Windladen, Pfeifenwerk und Klaviaturen vorhanden, wobei vor allem die Windladen so schön sind, dass ich ihnen eine weitere Indienstnahme ermöglichen mochte – unter absoluter Schonung der historischen Substanz. Alle Maßnahmen sind spurlos rückbaubar.
Von den elfenbeinernen Klaviaturen habe ich eine für diese Orgel verwendet, die andere zum Austausch ausgespielter Elfenbeinplättchen meiner großen Marcussen-Orgel von 1871.
Die Schleifenwindladen sind in jeder Hinsicht solide gebaut, und ich habe um ihrer Dichtigkeit willen aus Sicherheitsgründen (mit Warmleim) Liegelindringe auf das Fundamentbrett und unter die Pfeifenstöcke geleimt, ursprünglich lief Holz auf Holz in Graphit – ohne Spanische Reiter. Ebenso habe ich unter dem Beutelbrett an die erneuerten Abzugsdrähte eine weitere Pulpetenkonstruktion angebracht, um eventuellen Pfeifgeräuschen bei verschleichendem Wind vorzubeugen. Da die alten Spunddeckel nicht mehr vorhanden waren, habe ich die Gelegenheit genutzt, Spünde aus Plexiglas anzufertigen, damit man die Ventile beim Spielen der Orgel beobachten kann. Im Bereich der Windladen mußten einige Ergänzungen vorgenommen werden, da durch die jahrzehntelange Lagerung wichtige Bestandteile abhanden gekommen sind.

Die ganze Konstruktion des Instruments ist auf eine quasi lückenlose Transparenz hin angelegt (ohne Gehäuse), da ich mit dieser Orgel die ganze Schönheit einer hölzernen Orgelmechanik von den Tasten bis zu den Ventilen zeigen möchte, außerdem auch die Windanlage. Die technische und konstruktive Ästhetik war hier vorrangiges Ziel. Zudem kann das Instrument in der Weiterbildung Interessierter bei Orgelführungen wertvolle Dienste leisten. Ich habe aus Gründen der Authentizität konsequent in Vollholz gebaut und auf jegliche Verwendung von Kunststoffen und sonstigen modernen Werkstoffen verzichtet (außer Gebläsemotor und Spunddeckel).
Um einer übermäßigen Beschleunigung der Spieltraktur mit den entsprechenden Folgen vorzubeugen, ist die Achsung der Wellen im Verhältnis 2:3 gewählt, der Tastenfall von 11 mm wird durch den zweiseitigen Tastenhebel selbst auf 7 mm reduziert und verlangsamt so die Bewegung ebenfalls. Dies war vorher nicht der Fall. Durch die Größe der Ventile – heute würde man diese Größe in einer kleiner besetzten Pedallade verwenden - ist auch bei diesem recht kleinen Instrument mit vier Registern ein Druckpunkt deutlich spürbar.

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Traktur
Pfeifenwerk
Traktur
Traktur
Pfeifenwerk
Traktur