Jahn-Orgel

Erbaut als Meisterstück von Henny Jahn zur Meisterprüfung im Handwerk des Orgel- & Harmoniumbauers vor der Handwerkskammer Hamburg
Standort:
Die Orgel steht als Zweitorgel auf der Empore der Kapelle des Marienhospitals,
Dortmund-Hombruch, Behringstr. 36, 44225 Dortmund

musikalische Idee:
Das Instrument ist als Chororgel für eine mittelgroße Pfarrkirche zur Begleitung kleinerer Gottesdienstgemeinden konzipiert.
Darüber hinaus ist auf ihr vielerlei Orgelliteratur aus dem 16., 17. und frühen 18. Jahrhundert gut darstellbar. Dazu tragen einerseits die Klangfarben der einzelnen Register bei, deren Mensuration und Intonation dieser Stilepoche nachempfunden sind. Andererseits besitzt die Orgel eine historische Stimmung (Werckmeister III ), die bei den damals (bis heute beim Choralspiel) gebräuchlichsten Tonarten reine Terzklänge ermöglicht und in diesen Tonarten besonders sauber empfunden wird.


Disposition:

fünf Register auf zwei Manualen und ankoppelbarem Pedal

I. Manual
II. Manual
Gedackt 8' Regal 8'
Praestant 4'
Holzflöte 4'
Flöte 2'

Koppel I/Pedal als Zug


Aufgrund der Konzeption als Chororgel besitzt die Orgel zwei Prospekte. Auf der Klaviaturseite befindet sich der dunkle Nussholzprospekt der Holzflöte 4‘, auf der gegenüberliegenden Seite der Metallprospekt des Principal 4‘ (Praestant). Die Prospektteilung spiegelt identisch auch die Ladenteilung im Inneren der Orgel wieder, so dass das komplette Pfeifenwerk ohne Zuleitungen direkt auf der Windlade steht und so ein aufwändiges mechanisches Umlenkungssystem benötigt.
Die Orgel ist in vollmechanischer Bauweise als Schleifenladen-Orgel konstruiert.
Beide Manuale besitzen sog. hängende Trakturen, die Tasten hängen – verbunden durch Wippen, Winkel, Wellen und Abstrakten direkt an den Tonventilen. Dies ist die künstlerisch hochwertigste Trakturbauweise (auch die älteste), da der Organist den Tonansatz, die Pfeifenansprache, unmittelbar beeinflussen kann. Eine selbstentwickelte Windladentechnik in Bezug auf die Tonventile ermöglicht einen besonders trakturschonenden und dennoch funktionssicheren Gebrauch der Orgel. Bei herkömmlichen Systemen schließt sich in der Regel beides gegenseitig aus.


Werkstoffe:
Alle Bauteile des Instruments sind aus bestem Massivholz hergestellt, je nach ihrer Aufgabe entsprechend aus Esche (Gehäuse in selbsttragender Bauweise in Rahmen- und Füllungstechnik, Pfeifenwerk,Orgelbank), Eiche (Windladen, Ventile, Schleifen, Register- u. Koppelmechanik, Trakturwellen, Pedalklaviatur), Weißbuche (Spieltraktur), Red Cedar (Abstrakten), Nussholz (Pfeifenwerk), Kiefer (Balg u. Windanlage), Ahorn (Regalresonatoren, Pfeifenkerne), Grenadill = rotes Ebenholz (Tastenbeläge).
Alles Schrauben- und Stiftenwerk besteht aus Messing. Für Balg, Ventilbeläge, Dichtungen und Anschlagpolster wurde Ziegen- und Schafleder verwendet. In der Orgel sind nur Jahrhunderte lang bewährte Werkstoffe verarbeitet. Auch einige seltene Materialien kamen zum Einsatz, so sind etwa die Obertasten mit Rinderbein belegt und das Gehäuse ist mit Ostsee-Bernstein geschmückt. Sämtliche Mechanikachsen sind mit Kaschmirtuch ausgekleidet. Das Gehäuse und das Pfeifenwerk sind mit Leinöl geölt, das Gehäuse ist anschließend mit Naturwachsen nachbehandelt und auf Hochglanz poliert.

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Holzprospekt Nussbaum Mittelfeld Zinnprospekt
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Windstube
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